Verwandlungen
J.F.W. Zachariä (1726-1777)
Ein Projekt im Rahmen der "Fabelhaften Tage" des Fördervereins der Stadt- und Kurbibliothek "J.F.W. Zachariä" und der Frankenhäuser Festspiele - Zeichen und Wunder
C: Torsten Blume
Die „Verwandlungen“ ist ein komisches Scherzgedicht des Aufklärungsdichters Justus Friedrich Wilhelm Zachariä (auch: Zachariae), das 1745 in der berühmten Literaturzeitschrift „Neue Beyträge zum Vergnügen des Verstandes und Witzes“ veröffentlicht wurde. Mit den „Verwandlungen“ wurde Zachariä zu einem wichtigen Vertreter der komischen Dichtung im deutschen Rokoko.
DER AUTOR DER „VERWANDLUNGEN“
Justus Friedrich Wilhelm Zachariä wurde vor 300 Jahren am 1. Mai 1726 hier in Bad Frankenhausen geboren. Das Geburtshaus befindet sich in der Klosterstraße unweit der Kräme. In Frankenhausen verbrachte Zachariä Kindheit und Jugend. Aktuell gibt es dazu eine Ausstellung im Regionalmuseum im Schloss in Bad Frankenhausen. Die „Verwandlungen“ erschienen 1745, da war Zachariä gerade einmal 19 Jahre alt. Damals studierte er Jura in Leipzig, interessierte sich aber mehr für die Literatur. In den „Verwandlungen“ spottet er mit viel Witz über die Menschen seiner Zeit. Er parodiert die antiken „Metamorphosen des Ovid“ und verlagert das Geschehen in die Welt des 18. Jahrhunderts, wo Frisiertische, Puderquasten, Modegecken und Galanterie das Sagen haben. Das Werk ist in vier Bücher (Gesänge) unterteilt. Zachariä zeigt Menschen, wie sie sind: eingebildet, geizig oder auch eitel. Zur Strafe – oder besser gesagt zur Enthüllung ihres wahren Wesens – werden sie verwandelt. Zachariä karikiert mit spitzer Feder die verschiedenen Gesellschaftsschichten seiner Epoche. Er verspottet die Eitelkeiten des Adels, aber auch das Gehabe des Bürgertums.
C: Torsten Blume
Die Handlung der "Verwandlungen"
Der eifersüchtige Pudergott duldet keinen Nebenbuhler um die Gunst der schönen Selinde. Um seine Rivalen auszuschalten, sucht er Hilfe bei anderen Wesen. Er erhält ein magisches Band. Jeder Nebenbuhler, den er damit berührt, wird augenblicklich verwandelt – passend zum Charakter des Nebenbuhlers in einen Alltagsgegenstand, eine Pflanze oder ein Tier. Im Verlauf des Gedichts verwandelt der Pudergott zum Beispiel die unliebsame Konkurrenz bei Selinde in skurrile Gestalten wie in einen Mops, in einen Wind, in einen Raben, in einen wütenden Bären. Selindes strenge Gouvernante wird zum Beispiel in einen Papagei verwandelt.
C: Torsten Blume
DER KÜNSTLER TORSTEN BLUME

Torsten Blume ist Künstler und Forscher, Zeichner und Figurenbauer. Er hat in Leipzig Kunstgeschichte studiert und seine künstlerische Arbeitsweise autodidaktisch und im Rahmen zahlreicher Projekte entwickelt. An der Stiftung Bauhaus Dessau ist sein Arbeitsschwerpunkt als wissenschaftlicher und künstlerischer Mitarbeiter seit 2006 die historische Bauhausbühne sowie, u.a. in Kooperation mit der Hochschule Anhalt Dessau, auch deren Aktualisierung. In seinen freien künstlerischen Projekten beschäftigt er sich gegenwärtig vor allem mit Formen der Verwandlung, aber auch des Erfindens von Traum- oder Kunstfiguren. Dazu schafft er sich nicht nur in seinen Zeichnungen eigenartige Welten. Er gestaltet auch Masken und Kostüme sowie Spielfiguren, die Tanz- und Bewegungsspielen sowie anderen Performances, die er nicht selten in von ihm gegebenen Kursen und Workshops verwendet, mitunter aber auch zusammen mit Studierenden gebaut werden.